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Wieder zu Hause – Einzug in unsere frisch sanierten Räume

Mit Beginn des neuen Schuljahres war es endlich so weit: Nach einem Schuljahr in unserem Interimsgebäude konnten wir in die frisch sanierten Räume der Johann-Hinrich-Wichern Schule zurückkehren. Damit liegt ein wichtiger Abschnitt der umfangreichen Sanierung unseres Schulgebäudes hinter uns und gleichzeitig beginnt für uns ein neuer Abschnitt in der Gestaltung von Schule und Ganztag.

Das vergangene Schuljahr verbrachten viele unserer Klassen in einer eigens errichteten Containeranlage auf dem Schulgelände. Unsere Interimsschule war funktional ausgestattet und bot uns für die Zeit der Baumaßnahmen gute Bedingungen für den Unterricht. Trotzdem entwickelte sie im Laufe der Monate natürlich ihren ganz eigenen Charme. So dauerte es nicht lange, bis sie innerhalb unserer Schulgemeinschaft ihren liebevollen Spitznamen erhielt: „Chalet Parque“.

Ein Schuljahr lang war der „Chalet Parque“ damit ein fester Bestandteil unseres Schulalltags. Während dort gelernt, gelacht und gearbeitet wurde, gingen nur wenige Meter entfernt die umfangreichen Arbeiten in unserem eigentlichen Schulgebäude voran. Wände, Böden, Technik und Ausstattung wurden erneuert und Räume völlig neu gedacht. Mit jedem Baufortschritt wuchs die Vorfreude darauf, irgendwann wieder zurückkehren zu können.

Zum Start des neuen Schuljahres konnten die sanierten Bereiche schließlich wieder bezogen werden. Wer unsere Räume noch aus der Zeit vor der Sanierung kennt, dürfte dabei an vielen Stellen zweimal hinschauen: Die Räume präsentieren sich hell, freundlich und modern und wurden mit einer vollständig neuen Möblierung ausgestattet.

Doch bei der Sanierung ging es uns um weit mehr als um neue Böden, frische Wände oder neue Möbel. Gemeinsam haben wir uns bereits im Vorfeld intensiv damit beschäftigt, wie wir unsere Räume zukünftig nutzen möchten und welche Anforderungen eine moderne Grundschule an ihre Lernumgebung stellt.

Eine wesentliche Veränderung ist deshalb die multifunktionale Nutzung unserer Räume. Die klassische Trennung zwischen dem Klassenraum am Vormittag und dem Betreuungsraum am Nachmittag wird in den sanierten Bereichen weitgehend aufgehoben. Stattdessen nutzen Unterricht und Offener Ganztag dieselben Räume.

Am Vormittag wird hier gerechnet, geschrieben, gelesen, geforscht und gemeinsam gelernt. Nach Unterrichtsschluss verändern sich Nutzung und Atmosphäre: Die Räume werden zu Orten der Betreuung, des Spielens, der Kreativität, der Begegnung und des gemeinsamen Nachmittags.

Damit reagieren wir auch auf eine Veränderung von Schule insgesamt. Für viele unserer Kinder endet Schule längst nicht mehr nach der letzten Unterrichtsstunde. Sie verbringen einen großen Teil ihres Tages bei uns. Schule ist deshalb nicht ausschließlich Unterrichtsort, sondern zunehmend auch Lebensraum.

Dieser Gedanke spiegelt sich auch in der Ausstattung wider. Unterschiedliche Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten ermöglichen es, die Räume flexibel an die jeweilige Situation anzupassen. Nicht jede Lernphase benötigt dieselbe Sitzordnung und nicht jede Tätigkeit funktioniert am klassischen Tisch-Arbeitsplatz am besten.

 

 

Mal wird gemeinsam gearbeitet, mal in kleinen Gruppen, mal zu zweit und mal ganz für sich. Beweglich einsetzbare Möbel und unterschiedliche Arbeitsbereiche unterstützen diese verschiedenen Formen des Lernens. Gleichzeitig können dieselben Räume am Nachmittag für ganz andere Aktivitäten genutzt werden.

Die multifunktionale Nutzung ermöglicht es uns somit, unsere vorhandenen Flächen deutlich vielseitiger einzusetzen. Räume stehen nicht einen Teil des Tages ungenutzt zur Verfügung, sondern werden von unterschiedlichen Professionen und für unterschiedliche Zwecke gemeinsam genutzt.

Das bedeutet gleichzeitig, Schule noch stärker gemeinsam zu denken. Unterricht und Ganztag sind keine zwei voneinander getrennten Welten. Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende und weitere Professionen begleiten dieselben Kinder durch ihren Schultag. Die gemeinsame Nutzung der Räume unterstützt deshalb auch unser Ziel, Unterricht und Betreuung zunehmend miteinander zu verzahnen.

Natürlich bedeutet ein solches Konzept auch Veränderung. Wo Räume gemeinsam genutzt werden, braucht es Absprachen, verlässliche Strukturen und manchmal auch die Bereitschaft, liebgewonnene Gewohnheiten zu überdenken. Genau darin liegt für uns aber auch eine große Chance: Unsere Räume sollen nicht bestimmen, wie Schule funktioniert – vielmehr sollen sie möglichst flexibel das unterstützen, was unsere Kinder im Laufe ihres Schultages benötigen.

So funktional unsere Interimslösung für die Dauer der Bauphase auch war: Die Freude über die Rückkehr in unser eigentliches Schulgebäude war zu Beginn des Schuljahres bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen groß.

Nach einem Jahr im „Chalet Parque“ konnten die neuen Räume endlich mit dem gefüllt werden, wofür sie geplant wurden: mit Lernen, Spielen, Begegnungen, Gemeinschaft und ganz viel Schulleben.

Dabei wird sich manches sicherlich erst im Alltag entwickeln. Ein neues Raumkonzept ist mit dem Einzug schließlich nicht abgeschlossen. Wir werden beobachten, ausprobieren, verändern und gemeinsam Erfahrungen sammeln. Was funktioniert besonders gut? Wo benötigen Kinder andere Möglichkeiten? Welche Absprachen zwischen Unterricht und Ganztag bewähren sich? Auch unsere neuen Räume dürfen und sollen sich gemeinsam mit unserer Schule weiterentwickeln.

Wer nun allerdings glaubt, mit dem Wiedereinzug sei die Sanierung der Johann-Hinrich-Wichern Schule vollständig abgeschlossen, muss sich noch ein wenig gedulden. Die jetzt fertiggestellten Räume bilden einen wichtigen ersten Abschnitt der Erneuerung unseres Schulgebäudes. Weitere Bereiche stehen noch aus. Nach derzeitigem Planungsstand soll voraussichtlich ab Sommer 2028 auch der verbleibende Teil des Gebäudes ertüchtigt werden. Die Entwicklung unserer Schule wird uns also auch baulich noch einige Jahre begleiten. Bis dahin freuen wir uns zunächst über das, was bereits entstanden ist, sammeln Erfahrungen mit unserem neuen Raumkonzept und entwickeln dieses gemeinsam weiter.

Und auch wenn unser „Chalet Parque“ seinen Zweck zuverlässig erfüllt hat, sind wir uns vermutlich alle einig:

Zu Hause an der JHW ist es doch am schönsten.

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